Tachogeber Vantage V12 S

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SO2995
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Tachogeber Vantage V12 S

Beitrag von SO2995 » Mi 30. Jan 2019, 12:12

Hallo an alle,

vielleicht kann mir jemand eine Information dazu geben?

Ich möchte in Zukunft auf meinem Vantage V12 S hinten auch 35er statt 30er Reifen montieren.

Unabhängig von allen anderen Fragen, wie Garantie von AM, Freigängigkeit, ABS, Elektronik etc. pp
wäre der Abrollumfang (295/30 zu 295/35) ca. 4% größer.

Somit könnte es Probleme mit der Tachoanzeige geben, weil der Tacho meines Wissens nach seinen Input vom Getriebe bekommt.

Es könnte also sein, dass der Tacho mit den 35er Hinter-Reifen z.B. 100 km/h anzeigt, das Auto aber tatsächlich 101 km/h fährt,
was nach StVO und FZV natürlich verboten ist.

Welche Möglichkeit gibt es, den Tachogeber oder den Tacho selbst entsprechend zu kalibirieren?

Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen.
Viele Grüße
Jens

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rpm6200
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Re: Tachogeber Vantage V12 S

Beitrag von rpm6200 » Mi 30. Jan 2019, 22:50

Schon mal überlegt ob das ESP mit falschen Geschwindigkeiten gut funktioniert?
Dein ESP denkt du fährst 100 - tatsächlich fährst Du aber 104 - keine Ahnung ob der Regelung das egal ist ....

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SO2995
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Re: Tachogeber Vantage V12 S

Beitrag von SO2995 » Mi 30. Jan 2019, 23:05

Ja, natürlich habe ich das überlegt und bei einem anderen Auto
(vergleichbare Leistung, vergleichbares Gewicht, vergleichbare Gewichtsverteilung und Heckantrieb) auch schon ausprobiert.

Funktionierte bei 4,4% Differenz VA zu HA problemlos.

Genau deshalb suche ich ja nach Erfahrungswerten bei AM, die mir bisher unbekannt sind.

Ich finde einfach, völlig persönliche Meinung, 30er Hinterreifen beim V12 S kontraproduktiv.

Dabei spielt auch eine Rolle, dass eventuell 30er Hintereifen nur verwendet wurden (295/30),
um keine Umfangsdifferenz zu der Vorderachse aufkommen zu lassen,
denn 255/35er haben nahezu genau den gleichen Abrollumfang.

Es könnte also sein, dass Reifen mit geringerer Höhe, und damit schlechterer Eigendämpfung, hinten akzeptiert wurden,
um eventuelle Elektronik Probleme zu vermeiden.

Ansonsten kann ich die 30er Hinterreifen kaum nachvollziehen, denn in mehreren Tests und Supertests seit 2014
wird relativ stereotyp darauf hingewiesen, dass der Vantage V 12 S zwar ein wirkich tolles, autentisches Auto ist,
aber bezüglich der dann tatsächlich erzielten Zeiten eher ein wenig hinterher fährt.

...... und daran haben die Reifen einen nicht unerheblichen Anteil.

265/35er vorn und 305/35 hinten würden eventuell andere Ergebnisse liefern,
zumal die Reifenentwicklung seit 2014 erheblich weiter gegangen ist.

Zusammenfassung:

Ich habe eine Idee, die ich gerne umsetzen würde, suche aber nach Antworten zu mir fehlenden Puzzleteilen.
Viele Grüße
Jens

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Vantage_V8
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Re: Tachogeber Vantage V12 S

Beitrag von Vantage_V8 » Do 31. Jan 2019, 11:15

Zu den Reifen: Im Markt hat sich einfach durchgesetzt, dass für Sportreifen ab der 295er Breite nur der 30er Querschnitt angeboten wird. Bis zum 285er eben auch der 35er Querschnitt. Somit wirst Du kaum einen Spitzenreifen in 295/35-19 kriegen. Und falls doch: eine herstellerspezifische Variante für einen dicken Audi (RO) oder die Mercedes S-Klasse (MO) wird oft nicht das angestrebte Ergebnis bringen.
Die Performance und das Fahrgefühl des Vantage ist ersteinmal nicht schlecht. Aber die relevanten Wettbewerber sind einfach leichter. Im Falle des 911 liegen da gewaltige Unterschiede zwischen den Fahrzeuggewichten. Der nächste Punkt ist das Getriebe. Eine moderne 8-Gang-Automatik oder ein Doppelkupplungsgetriebe hat entscheidend kürzere Schaltzeiten und eben somit kürzere Lastunterbrechungen beim Beschleunigen. Die ursprünglichen Reifen des Vantage mit der Aston Martin spezifischen Kennung sind tatsächlich in die Jahre gekommen. Da könnte man auf neuere Modelle wechseln. Diese drei Punkte erklären den "Zeitrückstand" in den Medien.
Falls Du tatsächlich öfter das Limit austesten willst auf einem Trackday auf abgesperrter Rennstrecke, dann (und nur dann) könntest Du auch über entsprechende Reifen wie den Michelin Pilot Sport Cup 2 nachdenken. Diesen Reifen finde ich persönlich bei kühlen Temperaturen und bei Regen ziemlich kriminell. Also nichts für den Alltag.
Das wirklich nur leichte Untersteuern kann man beim Vantage durch einfache Fahrwerkeinstellung wegkriegen.
Wenn Du mit dem Fahrkomfort aktuell unzufrieden bist, dann helfen auch einfach neuere Reifenkonstruktionen wie von Michelin oder Conti angeboten.
Ein etwas größerer Eingriff ist dann der Tausch der Dämpfer: Ein KW Gewindefahrwerk Variante 3 mit der separaten Einstellung der Druck- und Zugstufe wäre ein Maßnahme - die beim 8-Zylinder problemlos funktioniert. Diese Dämpfer haben ein sensibleres (und somit komfortables) Ansprechverhalten bei gleichzeitig definiertem Dämpfungswiderstand in Zug- und Druckstufe für eine ausgezeichnete Fahrzeugkontrolle.
Im Ergebnis kann ich zusammenfassen: Man wird den Vantage nicht leichter machen, und auch das Getriebe nicht wechseln. Neuere Reifenmodelle in der originalen Größe sind ein richtiger Schritt vorwärts und für Trackdays bietet ein Wechsel des Fahrwerks und Trackday-Semi-Slicks mit entsprechender Geometrieeinstellung eine spürbare Verbesserung. Noch viel schneller wäre allerdings der neue Vantage - eben aufgrund des V8-Turbo mit einem Top-Getriebe.
Oder: https://www.motorsportmarkt.de/inserat/ ... antage-gt4
Fragen auch gerne per PN. LG :mrgreen:



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SO2995
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Re: Tachogeber Vantage V12 S

Beitrag von SO2995 » Do 31. Jan 2019, 11:27

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Ich möchte meinen Vantage nicht neu erfinden.

So wie er ist, passt er gut zu mir;
und es geht letztlich auch nicht um die letzte Rennstreckenperformance.

Reifen, mit denen man bei Regen nicht "auf der LKW Spur" fahren muss, sind mir wichtiger,
also keine Semi Slicks.

Ich bedaure auch weder das SportShift Getriebe, noch das etwas hohe Gewicht oder das Fahrwerk.

Ich möchte "einfach", unter Beibehaltung des Fahrwerks und der original Felgen, also auch der original ET,
andere Reifenformate verwenden, gegen die Einbautechnisch meiner Meinung nach nichts spricht.

In der von mir favorisierten Größe werden auch mehrere Reifen angeboten:

295/35 von Michelin (Pilot Super Sport), Conti (Sport Contact 6) und Pirelli (P Zero)

und

305/35 von Michelin und Pirelli.


Bleibt die Frage:

Wie kann der Tacho an den geänderten Abrollumfang angepasst werden?
Viele Grüße
Jens

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Vantage_V8
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Re: Tachogeber Vantage V12 S

Beitrag von Vantage_V8 » Do 31. Jan 2019, 18:00

Hallo Jens,
dann prüfe bitte mit Deinem Reifenhändler, ob die angebotenen Reifen nicht doch die Kennzeichnung "MO" (Mercedes), "RO" (Audi) oder "*" (BMW) oder gar N0 (Porsche) haben. Ich glaube, dass der Michelin Pilot Super Sport überhaupt nur noch in diesen Herstellervarianten produziert wird. Du wirst auch die Kategorie mit der hohen Tragfähigkeit und dem Geschwindigkeitslabel haben wollen, also 104Y.

Bild
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Diese MO oder (*) Reifen haben eine vom Standard abweichende Konstruktion, Gummimischung und Abstimmung und harmonieren dann nicht mit dem anders spezifiziertem Vorderreifen. Davon würde ich die Finger weg lassen. Es bringt Dir auch nichts, wenn Du einen 295/35ZR19 XL MO mit einem 265/35ZR19 XL MO kombinierst - wenn der Hinterreifen für eine S-Klasse entwickelt wurde und der kleinere als Hinterreifen auf einer AMG-C-Klasse entwickelt wurde. Das Fahrverhalten wird immer noch unterirdisch sein.

Aber das mit dem Tacho kann ich leider nicht lösen... :(

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SO2995
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Re: Tachogeber Vantage V12 S

Beitrag von SO2995 » Do 31. Jan 2019, 18:13

Danke für die Details.

Wie ich schon geschrieben habe, hat das Ganze bei einem anderen Fahrzeug
(Gewicht, Gewichtsverteilung, Leistung und Heckantrieb waren vergleichbar)
problemlos funktionert.

Da musste ich aber nichts am Tacho machen, weil der nach GPS TÜV-Test exakt 100 bei 100 anzeigte.

Die Differenz zwischen VA und HA hatte bei der Regelelektronik keine negativen Folgen,
obwohl das Auto ein Baujahr 2008 war.

Wenn es soweit ist, werde ich das voraussichtlich einfach ausprobieren.
Ich habe noch alte Reifen der fraglichen Dimensionen vom Vorgängerfahrzeug liegen.

Damit kann ich dann Freigängigkeit, Elektronik und Tacho ausprobieren.
Vielleicht habe ich auch hier Glück und brauche am Tacho gar nichts ändern.

Es gibt übrigens noch einen praktischen Vorteil etwas breiterer Dimensionen fürs Alltägliche:
Das Felgenhorn wird besser gegen Beschädigungen geschützt. Die 5mm pro Seite wirken Wunder !
Viele Grüße
Jens

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